An unserem ersten Sitzungstag im 2026 fand vor der Sitzung eine ökumenische Besinnung in der Stadtkirche Liestal statt. Der Regierungsrat hatte zum Gedenken an die Brandkatastrophe von Crans-Montana dazu eingeladen. Ich hoffe, die Opferfamilien, Verletzten und Helfenden können auch künftig auf die aktuell grosse Solidarität zählen. Seitens Regierung erlebte der neue Bildungs-, Kultur- und Sportdirektor Markus Eigenmann seinen ersten Landratstag. Nebst einem herzlichen Willkommensgruss an ihn hatte Landratspräsident Reto Tschudin leider drei Rücktrittsschreiben aus dem Landrat zu verlesen.
Was die Sachgeschäfte angeht, so hatten wir über 41 Einbürgerungsgesuche zu entscheiden. Ein aus drei Personen bestehendes Gesuch lehnten wir wegen einer im Laufe des Verfahrens begangener Straftat ab, die restlichen Personen dürfen sich über ihre Einbürgerung freuen. Im weiteren hielten wir die zweite Lesung zu einer Teilrevision des Gesundheitsgesetzes ab. Der Datenaustausch zwischen Krebsregistern und Früherkennungsprogrammen zum Ziel der Qualitätssicherung soll damit gesetzlich geklärt werden. Hehren Gesundheitszielen bestanden Bedenken punkto selbstbestimmtem Datenaustausch gegenüber. Die EVP hatte sich für eine explizite Zustimmung zur Datenweitergabe ausgesprochen gehabt. Doch damit unterlag sie in der Kommission wie auch in der ersten Lesung der Gesetzesberatung im Landrat. Um das übergeordnete Ziel nicht zu gefährden, stimmten wir am Ende der zweiten Lesung im Sinne eines Kompromisses der sogenannten opt-out-Lösung zu. Will jemand die Daten nicht weitergeben, muss dies somit nun ausdrücklich verweigert werden. Im weiteren bewilligte der Landrat nach teils längeren Diskussionen mehrere Finanzbeiträge für Bauten und Gesundheitsleistungen. So auch an die Kindertagesklinik Liestal für Leistungen in Abendstunden, an Wochenend- und Feiertagen.
Und nicht zuletzt: Sass der Landrat zu Beginn des Tages in Kirchenbänken, so hatte er zum Abschluss noch die Schulbank zu drücken – die Landeskanzlei gab eine Schulung ins Arbeitsinstrument «eParlament». Dieses soll die bisher praktizierte mobile Sitzungsvorbereitungen besonders punkto Zusammenarbeitsabläufen verbessern.
Andrea Heger, Landrätin EVP, Hölstein
Landrat mittendrin von der Sitzung vom 15. Januar 2026